Beyond Bars

31. Mai 2010

12 Punkte für Deutschland – wieso, weshalb, warum?

Filed under: 4=1,esc,eurovision,infographics — joachimgo @ 16:15
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Nach 27 Jahren der Enttäuschung kam – wie Phoenix aus der Asche – die Erlösung in Form von Lena Meyer-Landrut, ein WM-2006-Kind, die der geniale PR-Profi Raab mit ARD-Unterstützung zum Sieg brachte. Die Quote der ARD war beeindruckend: Besser als Boxen und Fußball zusammen und doppelt so viel wie in 2009.

Wir wollen uns einmal die Punktevergabe mit Blick auf die Punkt-Historie der vergangenen Jahre ansehen – unsere Visualisierungen der Länderpunktvergabe (Flickr-Set: Welches Land stimmte in den vergangenen Jahren schwerpunktmäßig für welche anderen Nationen) erlaubte übrigens am ESC-Abend, doch auf die Schnelle ziemlich gute educated guesses über das voraussichtliche Stimmverhalten abzugeben – aber (natürlich) nicht, den Lena-Effekt vorauszusehen.

Stand 2010

Hier eine kleine Visualisierung mit Gephi vom Twitterer Jattipaa

Punktevergabe Eurovision Song Contest mit Gephi

Punktevergabe Eurovision Song Contest mit Gephi

Hier einmal eine Auflistung, woher die Punkte kommen – verlinkt jeweils die Ländergrafik mit den Durchschnittspunkten 1998-2009.

0 Punkte gab es für Lena nur aus fünf Ländern: Armenien, Georgien, Israel, Weißrussland und Moldavien. Moldavien ist davon das einzige Land, das seit 1998 überhaupt schon einmal Punkte an Deutschland vergab, und bisher recht eindeutig „ost-zentriert“ war.

moldova

Moldavien

Zum ersten Mal seit 1998 gab es Punkte aus der Slovakei (12), Mazedonien (8), Serbien (8), Ukraine (5), Zypern (4) und Azerbaycan (1).

slovakia

Slovakei

Seit 2005 hatten auch folgende Länder keine Punkte mehr an Deutschland vergeben, die jetzt für Lena stimmten: Kroatien (6), Griechenland (2), Litauen (10), Malta (4), Polen (7), Rumänien (3), Russland (6), Serbien (8), Slovenien (10).

Die zehn treuesten Punktegeber sind Spanien (Durchschnitt 1998-2009: 6,2 | 2010: 12), Schweiz (ø 5,0 | 2010: 12), die Niederlande (ø 4,1 | 2010: 4), Portugal (ø 3,2 | 2010: 1), Österreich (ø 3,2 | 2010: nicht abgestimmt), Großbritannien (ø 3,0 | 2010: 4), Irland (ø 3,0 | 2010: 8), Dänemark (ø 2,9 | 2010: 12), Frankreich (ø 2,8 | 2010: 3), Belgien (ø 2,8 | 2010: 10).

In dieser Gruppe ist der Punkte-Zuwachs fast 100% (von durchschnittlich 34 Punkten in den Jahren 1998-2009, also 3,4 Punkte pro Land) auf 66 Punkte (durchschnittlich 6,6) in 2010.

Den eigentlichen Erfolg strich Lena bei den Ländern ein, die nicht zu dieser Gruppe gehören: Hier wuchs das Punktekonto von 23,7 Punkten (alle restlichen Länder zusammen pro Jahr in 1998-2009, also pro Land weniger als durchschnittlich 1 Punkt) auf 180 Punkte (durchschnittlich 6,2).

Der Zugewinn ist am stärksten bei den Ländern, die Deutschland bisher kaum Punkte gegeben haben.

Rein aus statistischer Sicht ist der deutsche Sieg übrigens leider ein schlechtes Omen: Noch keine Nation hat bisher im selben Jahr Fussball-Weltmeisterschaft und Eurovision Song Contest gewonnen…

Dieser Artikel ist ebenfalls in der Reihe der Artikel zur ESC-Herausforderung von Jan Feddersen. (Statistik-Futter von Joachim, Beiwerk drumherum von themaastrix)

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1 Kommentar »

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    Kommentar von coffeemakershq.info — 25. Juni 2013 @ 11:41 | Antwort


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